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02.09.2009

Sturm

Titel: Sturm
Jahr: 2009
Genre: Polit-Drama
Regisseur: Hans-Christian Schmid
Darsteller: Kerry Fox, Anamaria Marinca, ...
Ofdb.de: Link
Bewertung: 3/10

Einleitung
Hans-Christian Schmid gehört nach Filmen wie Crazy, Lichter und Requiem zu den renommierten Regisseuren Deutschlands. Sein neuer Film Sturm war nominiert für den Goldenen Bären auf der Berlinale, ging aber leer aus. Er befasst sich mit dem UN-Kriegsverbrechertribunal in Den Haag, bei dem Verhandlungen wegen schweren Verbrechen während des Balkankonflikts stattfinden.

Inhalt
Der serbische Kriegsverbrecher Duric sitzt seit 3 Jahren in Untersuchungshaft in Den Haag. Die Verteidigung stütz sich auf den glaubhaften Zeugen Alen, der den damaligen General bei einer seiner unmenschlichen Verbrechen gesehen haben soll. Als herauskommt, dass Alen gelogen hat und nichts sehen konnte, nimmt sich dieser das Leben. Die Anklägerin Hannah Maynard will den Prozess aber nicht aufgeben und forscht im Leben des früheren Zeugen. Hierbei lernt sie die Schwester Alens, Mira Arendt, kennen, die mehr zu wissen scheint, als vorerst gedacht. Nun muss sie nur noch zu einer Aussage bewegt werden…

Filmkritik
Sturm soll ein Plädoyer für Gerechtigkeit sein, ein Film über das schwierige Thema Kriegsverbrecherverfolgung und was alles damit zusammenhängt. Ein Prozess geht meistens Jahre und es fällt schwierig, den Verantwortlichen die Taten nachzuweisen. Oft genießen die Verbrecher in ihrem Heimatland Heldenverehrung und werden von der Bevölkerung geschützt. Selbst das UN-Tribunal in Den Haag hat mit viel Bürokratie zu kämpfen und so bekommen viele Verbrecher nicht die gerechte Strafe. Sturm möchte genau auf diese Missstände hinweisen. Dies gelingt auch, Sturm ist am Anfang sehr sachlich, verfällt jedoch gerade am Ende in moralische Unglaubwürdigkeit.

Sturm beginnt ganz langsam und zeigt keine Verbrechen des Generals Duric. Der Fokus liegt auf dem Prozess und den damit zusammenhängenden Problemen. Langsam kommt etwas fahrt auf, aber wirklich spannend ist er zu keinem Zeitpunkt. Er ist konsequent abseits des üblichen Hollywood-Getöse, ohne besondere Kamerafahrten oder Effekte, was bei diesem Thema auch passend ist. Leider ist der sachlich geführte Film jedoch hauptsächlich eins, langweilig. Man verfolgt den Film und interessiert sich für das Thema, jedoch fiebert man nie wirklich mit und man sehnt sich nach dem Ende.

Man wünscht sich genau so das Ende wie es kommt, jedoch hinterlässt genau das einen sehr bitteren Beigeschmack. Konsequent wird aufgezeigt, wie zäh solche Prozesse verlaufen und wie wenig Hoffnung auf einen guten Ausgang besteht. Und dann kommt am Ende genau das, was man sich gewünscht hat, man weiß jedoch gleichzeitig, dass dieses eigentlich nur ein Wunschgedanke ist und in der Realität so nicht vorkommt. So verliert der Film viel an seiner Glaubwürdigkeit.

Schauspielerisch bietet der Film nichts besonderes, die Anklägerin wirkt eher hölzern und den meisten anderen wird wenig Raum gewährt, nur Mira Ahrendt kann überzeugen. Ihre Geschichte ist auch die einzige, die bewegen kann. Ob sie ihr altes (glückliches) Leben aufgeben wird, um Gerechtigkeit zu erlangen und die Umstände in der die Zeugin leben muss nach ihrem Entschluss (in einem Hotel mit hohen Sicherheitsvorkehrungen, die aufgrund von vielen Anfeindungen und Einschüchterungsversuchen durchaus berechtigt scheinen) wirken glaubhaft. Trotzdem trägt diese Handlung niemals einen ganzen Film und weiß nur stellenweise zu unterhalten.

Fazit
Ein ambitionierter Film, der sich um ein schwieriges Thema dreht und versucht, Missstände aufzuzeigen. Leider ist das Ende sehr unkonsequent und die ausstrahlende Ruhe des Films wechselt sehr schnell in Langeweile und Gleichgültigkeit.
3/10

06.07.2009

Severance

Titel: Severance
Jahr: 2006
Genre: Horror-Komödie
Regiesseur: Christopher Smith
Darsteller: Danny Dyer, Laura Harris
Ofdb.de: Link
Bewertung: 3/10

Einführung
Britische Horrorkomödien wie Shaun of the dead haben gerade Hochkonjunktur und so reiht sich auch Severance in dieses Genre. Für Aufsehen hat ein Mord eines 17-jährigen Studenten durch 3 Männer gesorgt, die sich auf eine Tötungsszene von Severance berufen. Das hat, so krank es klingen mag, dem Film sicher weitergeholfen, eine Fangemeinde aufzubauen, denn an sich hat Severance nichts, was man nicht schon in viel besserer Form bei anderen Filmen gesehen hat.

Inhalt
Sieben Angestellte eines Waffenproduzenten fahren in die osteuropäische Pampa um sich dort als Team fortzubilden und zu festigen. Als ein umgestürzter Baum die Hauptstraße versperrt, gehen sie zu Fuß einen Waldweg entlang. Sie erreichen auch die vermeintliche Hütte, doch als sie den Busfahrer ermordet finden und eine aus dem Team einen maskierten Mann im Fenster sieht, wird der Gruppe schnell klar, dass es jemand auf sie abgesehen hat…

Filmkritik
Severance ist völlig belanglos und ohne frische Ideen. Alles hat man so schon einmal gesehen und auch der große Twist stellt keine Überraschung dar und sorgt nur für ein müdes gähnen. Auch die Splatterszenen stehen denen anderer Filme in vielem nach, sie sind weder grausam wie in „Hostel“, noch lustig wie in „Hot Fuzz“.

Das man bei so einem Film keine Charakterzeichnung erwarten darf ist logisch, aber die gewollt übertriebene Darstellung von verschiedenen Charaktereigenschaften (v. a. der dumme, kiffende, auf Sex fixierte Steve und der total überforderte Chef Richard) sind nicht witzig, sondern sorgen beim normal denkenden Publikum für Kopfschütteln.

Ein paar Lichtblicke bietet Severance dann doch noch. An sich ist der Film nicht schlecht gefilmt und auch die Musik ist passend und sorgt für etwas Stimmung. Außerdem handeln die Protagonisten wie in manchen anderen Rohrkrepierern dieses Genres nicht immer total unlogisch und erschießen auch mal den hilflosen Mörder, anstatt schreiend wegzurennen.

Sein Publikum findet Severance sicherlich bei Jugendlichen die den Film zu Partyzwecken missbrauchen und diesen ordentlich angetrunken anschauen und über diese Art von Humor lachen können. Aber es gibt definitiv bessere Filme, die auch für diesen Zweck geeignet sind.

Fazit
Für einen Splatterfilm zu harmlos und für eine Komödie zu dämlich und stereotypisch. Da hilft auch nicht, dass er sich den üblichen Klischees bedient, obwohl er gerade diese vorführen möchte.
3/10